Integration heisst Partizipation

Begriffserklärung:

Integration stammt vom lateinischen „integratio“ und heisst Herstellung zu einem Ganzen

– Erneuerung. Verschiedene Teile werden „neu“ zu einem Ganzen zusammengefügt. Integration ist ein Prozess und wird als Leistung gesehen, die AusländerInnen wie auch SchweizerInnen erbringen, um sich in dem gesellschaftlichen Umfeld bewegen zu können. Integration ist für jeden Menschen die grundsätzliche Herausforderung, sich in seiner Umwelt zu behaupten und zurechtzufinden. Erfolgreiche Integration vermittelt Wohlbefinden und Zugehörigkeit, ermöglicht die aktive Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen und fördert die Entfaltung persönlicher Perspektiven und Lebensentwürfe. In engem Zusammenhang mit Integration stehen Begriffe wie: Kultur, Tradition, Heimat, multikulturelle Gesellschaft, Indentität, Fremdheit, Differenz und Ethnizität. (Positionspapier Caritas Schweiz 1998)


Visionen für eine menschenwürdige Integration:

1. Die demokratischen Strukturen, die Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit sind die Basis des gesellschaftlichen Zusammenlebens, an denen alle in diesem Staat leben den Menschen teilhaben. Diese Strukturen werden als gesetzt betrachtet und regeln das gesellschaftliche Zusammenleben.

2. Die Unteilbarkeit der Menschenwürde ist der Ausgangspunkt für ein gleichberechtigtes Zusammenleben verschiedener Menschen. Zur Realisierung dieses Zusammenlebens notwendig sind Rahmenbedingungen, die soziale Ungleichheit auffangen und Chancen gleichheit fördern.

3. Alle in der Schweiz lebenden Menschen tragen im Rahmen ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten gemeinsam Verantwortung für das gemeinschaftliche Zusammenleben. Vor-aussetzung dazu ist die Gewährung gleicher Rechte und Pflichten, in deren Genuss nach einer gewissen Zeit auch Eingewanderte kommen.

Zielsetzungen:

- Das Fremde ist Teil jedes Menschen. Die Wahrnehmung der Fremden hat auch mit der Wahrnehmung der eigenen Identität zu tun. Dabei sind die Abwehrreaktionen gegen über den Zugewanderten und deren Wahrnehmung als „Fremde“ oft auf den unreflek tierten Umgang mit dem, was uns an uns selbst als un-heimlich, fremd erscheint, zurückzuführen. Umgekehrt gilt dies auch für die „Fremden“. Darum ist die gegenseitige Auseinanderseztung mit dem „Fremden“ lebensnotwendig.

- Der ausländischen Wohnbevölkerung sollen Chancen zur gleichwertigen Teilhabe in den Bereichen Schule, Beruf, Freizeit, Familie und im sozialen Bereich eröffnet werden. Ihre Partizipation am politischen Leben soll gestärkt werden.
- Strukturelle Integrationsschritte (z.B. Sprachkurse, „Anlehre“ für Asylsuchende, Arbeits-
- Vermittlung) sollen prioritär behandelt werden und für MigrantInnen verbindlich sein. Die
- soziale und kulturelle Integration ist hingegen ein gegenseitiger Prozess der Annäherung.

- Damit der Integrationsprozess erfolgreich verläuft, müssen Zugewanderte und Aufnahme gesellschaft als gemeinsame Basis gewisse Grundwerte (z.B. religiöse, kulturelle Werte...) der einheimischen wie auch der ausländischen Kultur respektieren.


Ausländergruppe IntegRo der katholischen Pfarrei St. Johannes, Romanshorn. Ende Mai 2003


Positionspapier der IntegRo (Ausländergruppe)

Unser Ziel:
Begegnung und Verständigung mit Menschen aus verschiedenen Kulturen, die in unserer Gemeinde und Umgebung wohnen und arbeiten. Die gegenseitige Auseinandersetzung mit dem „Fremden“ öffnet uns für das „Anders-Sein“ und bereichert unsere Gemeinschaft in Achtung und Wertschätzung.

Begegnung:
-Nationenfest, auf der gastronomischen, sprachlichen und kulturellen Ebene bisher (Bräuche, Volkstänze) usw. (Wird von einer multikulturellen Kerngruppe mit Unterstützung der Gemeinde vorbereitet und durchgeführt).
-Spielabende im kath. Pfarreiheim mit Ludothek und Frauengemeinschaft R’horn.
-Gottesdienste, Besinnung (Tag der Völker) mit den Pfarrei-Verantwortlichen
-Deutsch-Sprachkurs für Männer vom 25.3. bis 5.7.02 mit 4 erfolgreichen Teiln.
-Ab 19.8.02 werden die Deutsch-Kurse für Männer von der Schulgemeinde,
-Oberstufe, durchgeführt.

in Vorbereitung:
-Treffen von zwei Kulturen. Muslime-Christen erklären ihre kulturellen Werte
-Umfrage bei VereinspräsidentenInnen, ob sie gegen AusländerInnen offen sind
-und in welcher Art und Weise sie ihren Verein für einen Kontakt anbieten können.

Weiterbildung:
- initiative Mitglieder der Ausländergruppe können sich als Gruppenleiter, Kommunikation/ Konfliktbewältigung/Organisationsentwicklung ausbilden und dann
-Führungsaufgaben bei Sektionen übernehmen. Ausbildung im Rahmen der Freiwilligenarbeit im Kt. TG für den sozialen Bereich.

Vernetzung:
-mit der Gemeindebehörde (Gemeinderat Danilo Clematide)
-Kontakt mit dem Grünen Forum Romanshorn, das beim Gemeinderat Anträge zur verbesserten Integration von AusländerInnen einreicht.( Seeblick 10.-18.1.02)
-mit der evangelischen Kirchgemeinde Romanshorn, vertreten durch Ruedi Sonderegger, und anderen Religionsgemeinschaften (muslimische, Bahai)
-mit den Schulbehörden von Primar- und Oberstufe für Deutsch-Kurs für Männer
-mit dem Arbeitsbereich (z.B. Gewerbe-Verband, Industrie und Arbeitgeber-
Vereinigung, interessierte Firmen.)(Muss noch aufgebaut werden).

Organisation der Ausländergruppe:
Treffen in den Räumen der kath. Pfarrei St. Johannes, Romanshorn Leitung durch ein Mitglied, das auch Koordinator zu anderen Organisationen ist Ein Mitglied vertritt die Ausländergruppe im katholischen Pfarreirat Jedes Mitglied übernimmt Aufgaben und Verantwortung gemäss der persönlichen Kompetenzen, Begabungen, Verfügbarkeit (Zeitbudget) etc.
Grösse der Ausländergruppe, Arbeitsmethoden, Zeiteinteilung, Kontrolle
Aktionsplan, Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit werden noch festgelegt

Finanzen:
Die evangelische und katholische Kirchgemeinde unterstützen die IntegRo.

Kontaktperson: Informationen, Anregungen, Interesse für die Zusammenarbeit richten sie an
Kurt Riederer, Badstr. 16, 8590 R’horn,
Tel. 071/463 51 57 / e-mail: kriederer@20min.ch

 

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